In einer Marktwirtschaft zieht ein sehr profitables Unternehmen Wettbewerber an, die Preise und Margen drücken. Es sei denn, es ist geschützt. Warren Buffett hat das Bild des „moat“ populär gemacht, des Burggrabens: die Barriere, die Gewinne dauerhaft schützt.
Die vier großen Familien
- Die Marke: Der Kunde zahlt mehr für dasselbe funktionale Produkt (Luxus, Getränke, etablierte Software).
- Der Kostenvorteil: günstiger produzieren als alle anderen (Skalen, Logistik, Zugang zu Ressourcen).
- Der Netzwerkeffekt: Jeder neue Nutzer erhöht den Wert für alle anderen (Marktplätze, soziale Netzwerke, Zahlungssysteme).
- Rechtliche Barrieren oder einzigartige Vermögenswerte: Patente, Lizenzen, Konzessionen, unersetzliche Infrastruktur.
Wechselkosten: der stille Burggraben
Ein fünfter Burggraben, oft unterschätzt: Wenn ein Anbieterwechsel teuer, langwierig oder riskant ist (Unternehmenssoftware, Bank, ein in die gesamte Produktion eingebettetes System), bleibt der Kunde — auch ohne Begeisterung.
Wie man ihn in den Zahlen erkennt
Ein Burggraben wird nicht behauptet, er wird bewiesen: eine Rentabilität (ROE, ROCE), die über zehn Jahre hoch UND STABIL ist, Margen, die Krisen standhalten, und Marktanteile, die nicht erodieren. Beständigkeit ist die Signatur.
Kein Burggraben hält ewig
Kodak, Nokia und Blockbuster hatten alle einen Burggraben. Technologie und Gewohnheiten können ihn binnen weniger Jahre zuschütten. Ein Burggraben wird beobachtet, nie als gegeben genommen.
À retenir
- ✓Ohne Burggraben erodiert der Wettbewerb am Ende immer die Margen.
- ✓Fünf Quellen: Marke, Kosten, Netzwerkeffekt, rechtliche Barrieren, Wechselkosten.
- ✓Ein Burggraben wird durch beständig hohe Rentabilität bewiesen, nicht durch eine Erzählung.