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Das Vokabular des Anlegers: Kurs, Order, Spread, Liquidität

Die Begriffe, denen Sie in jeder Broker-App begegnen, einfach erklärt.

7 Min. Lesezeit · Anfänger

Bevor Sie investieren, sollten Sie verstehen, was Ihnen auf dem Bildschirm angezeigt wird. Der Börsenjargon wirkt einschüchternd, doch das Wesentliche besteht aus einer Handvoll Begriffe. Wenn Sie sie beherrschen, vermeiden Sie teure Fehler — etwa viel teurer zu kaufen als geplant, nur weil Sie eine Zahl nicht richtig gedeutet haben.

Kurs, Orderbuch und Spread

Der Kurs ist der letzte Preis, zu dem ein Wertpapier gehandelt wurde. Er ändert sich während der Handelszeiten ständig und friert zum Handelsschluss ein. Er ist kein garantierter Preis: Wenn Sie eine Order aufgeben, kann der tatsächlich erzielte Preis leicht von dem abweichen, den Sie gesehen haben. Wertpapiere werden in einer bestimmten Währung und an einem bestimmten Handelsplatz notiert — zwei Angaben, die Sie vor dem Kauf prüfen sollten. Die Marktkapitalisierung misst dagegen die Größe eines Unternehmens: Kurs mal Anzahl der ausstehenden Aktien. Ein Kurs von 10 € sagt nichts über den Wert einer Gesellschaft aus, denn alles hängt von der Zahl der ausgegebenen Aktien ab. Zwei Unternehmen allein anhand ihres Kurses zu vergleichen, ist deshalb sinnlos. Jedes Wertpapier hat ein Orderbuch, in dem die Angebote gesammelt werden. Der beste angebotene Kaufpreis heißt Bid (Geldkurs), der beste Verkaufspreis Ask (Briefkurs). Die Differenz zwischen beiden ist der Spread: ein impliziter Kostenfaktor, den Sie bei jedem Hin- und Rückweg zahlen, zusätzlich zu etwaigen Ordergebühren.

Zahlenbeispiel (fiktiv)

Ein Wertpapier zeigt einen Bid von 49,90 € und einen Ask von 50,10 €. Der Spread beträgt 0,20 €, also 0,4 % des Preises. Kaufen Sie zu 50,10 € und verkaufen sofort wieder zu 49,90 €, verlieren Sie 0,20 € pro Aktie, ohne dass sich der Markt bewegt hat. Bei 100 Aktien sind das 20 €. Diese Zahlen dienen nur der Veranschaulichung.

Die Liquidität

Liquidität bezeichnet, wie leicht sich ein Vermögenswert kaufen oder verkaufen lässt, ohne den Preis zu verschieben. Ein großer, stark gehandelter Titel hat einen winzigen Spread und wird in Sekunden gehandelt. Ein wenig beachteter Nebenwert hat einen breiten Spread, und ein größerer Verkauf kann den Kurs allein schon drücken. Liquidität beurteilen Sie am täglichen Handelsvolumen und an der Enge des Spreads. Merken Sie sich schließlich den Unterschied zwischen einem Wertpapier und einem Index. Ein Wertpapier ist ein konkreter Titel (eine Aktie, eine Anleihe). Ein Index wie der S&P 500 ist ein statistischer Korb, der die Tendenz eines Marktes misst: Man kann ihn nicht direkt kaufen, aber börsengehandelte Fonds (ETFs) bilden ihn nach.

Vorsicht bei Nebenwerten

Ein Spread von 2 % oder 3 % bei einem wenig liquiden Titel bedeutet, dass Sie jede Anlage mit einem entsprechenden Verlust beginnen. Prüfen Sie Volumen und Bid-Ask-Abstand, bevor Sie eine Order aufgeben — vor allem bei einer Market-Order.

Zum Merken

  • ✓Der Kurs ist ein beweglicher Preis, kein Wert: Nur die Marktkapitalisierung erlaubt es, die Größe zweier Unternehmen zu vergleichen.
  • ✓Der Spread ist bei jeder Transaktion ein echter Kostenfaktor, und zwar umso höher, je weniger liquide der Titel ist.
  • ✓Prüfen Sie vor jeder Order Handelsplatz, Währung und Volumen.

Bildungsinhalte, ausschließlich zur Information: weder Anlageberatung noch persönliche Empfehlung. Vergangene Wertentwicklungen sagen nichts über künftige aus.