Die technische Analyse geht von einer Annahme aus: Der Kurs enthält bereits alle bekannten Informationen, und das Verhalten von Käufern und Verkäufern hinterlässt lesbare Spuren. Ihr Alphabet ist die japanische Kerze.
Anatomie einer Kerze
Jede Kerze fasst einen Zeitraum (einen Tag, eine Stunde …) mit vier Kursen zusammen: Eröffnung, Schluss, Hoch und Tief. Der Körper verbindet Eröffnung und Schluss; die Dochte zeigen die erreichten und dann zurückgewiesenen Extreme.
Was die Dochte erzählen
- Ein langer unterer Docht: Verkäufer drückten den Kurs nach unten, doch Käufer holten sich die Kontrolle zurück — das Zeichen einer Unterstützung.
- Ein langer oberer Docht: Käufer konnten die Hochs nicht halten — Verkaufsdruck.
- Ein winziger Körper (ein Doji): Unentschlossenheit, Gleichgewicht zwischen beiden Lagern.
Eine einzelne Kerze sagt nichts
Der Anfängerfehler ist, eine isolierte Kerze überzuinterpretieren. Ein Signal hat nur im Kontext Sinn: Wo steht es im Trend? Auf welchem Schlüsselniveau? Bei welchem Volumen?
Die Zeitebene wählen
Derselbe Titel erzählt im 5-Minuten-, im Tages- oder im Wochenchart verschiedene Geschichten. Je kürzer die Einheit, desto stärker dominiert das Rauschen. Für einen Anleger ist die Tages- oder Wochenebene fast immer die richtige Skala.
À retenir
- ✓Eine Kerze = vier Kurse (Eröffnung, Schluss, Hoch, Tief).
- ✓Dochte offenbaren Kurszurückweisungen: oft aufschlussreicher als der Körper.
- ✓Eine Kerze hat nur im Kontext Sinn; auf kurzen Zeitebenen nimmt das Rauschen zu.