Die Studien (Brinson und Nachfolger) stimmen überein: Die Aufteilung auf die großen Anlageklassen erklärt den Großteil der Schwankung der Portfoliorendite — weit mehr als die Auswahl einzelner Titel oder das Timing. Anders gesagt: Die wichtigste Entscheidung fällt, bevor Sie die erste Aktie kaufen.
Die Grundfrage: Ihr Horizont
Die Allokation folgt nicht aus einer Marktmeinung, sondern aus Ihrer Lage: In wie langer Zeit brauchen Sie dieses Geld, und welchen Rückgang halten Sie aus, ohne in Panik zu verkaufen? Ein langer Horizont erlaubt mehr Aktien; ein Bedarf in drei Jahren verlangt Vorsicht.
Anhaltspunkte, keine Dogmen
- Langer Horizont (15 Jahre und mehr), hohe Toleranz: aktiendominiert, oft über breite ETFs.
- Mittlerer Horizont: Mischung aus Aktien und Anleihen, wobei der Anleiheteil die Schocks dämpft.
- Kapitalbedarf auf kurze Sicht: Sicherheit bevorzugen — ein kurzer Horizont und Aktien passen schlecht zusammen.
Das wahre Maß Ihrer Risikotoleranz
Es ist nicht, was Sie bei schönem Wetter angeben, sondern was Sie während eines Crashs tun. Fragen Sie sich ehrlich: Wenn mein Portfolio in sechs Monaten 35 % verliert, halte ich durch, oder verkaufe ich im ungünstigsten Moment?
Allokation vor Titeln
Ein hervorragender Stockpicker mit einer zum Horizont unpassenden Allokation wird scheitern. Ein durchschnittlicher Anleger mit stimmiger Allokation wird oft Erfolg haben. Die Reihenfolge der Prioritäten zählt.
À retenir
- ✓Die Allokation erklärt den Großteil der Renditeschwankung.
- ✓Sie folgt aus Ihrem Horizont und Ihrer echten Toleranz, nicht aus einer Marktprognose.
- ✓Entscheiden Sie die Allokation, BEVOR Sie Titel auswählen.